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Königin selbst über Könige
Erasmus von Rotterdam: Das Lob der Torheit. Aus dem Lateinischen übersetzt von Kurt Steinmann. Penguin TB. 240 S., Fr. 15.90
Wer je Hans Holbein des Jüngeren «Altersbildnis im Rund» des Erasmus gesehen hat, wird das Gesicht nicht mehr vergessen. Die in die Ferne gerichteten Augen sind lebhaft, auch wenn auf ihnen ein Schleier der Müdigkeit und Resignation liegt. Um die Mundwinkel spielt, trotz aller Bitternis, das Lächeln dessen, der weiss, dass die Torheit des Menschen nie enden wird. Und eben diese fatale und zugleich segensreiche Macht wird, zur Person erhoben, in seinem berühmtesten Werk, dem «Lob der Torheit», der tiefen Überzeugung des Humanisten Ausdruck geben, dass die Vernunft nur wenig Macht über die Wirklichkeit besitzt und dass das ganze Trachten und Treiben der Menschen wirr, n� ...

