Ingrid Betancourt war auf dem Weg in den Dschungel zu Manuel Marulanda, um ihn zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Seit vorigen Freitag jedoch fehlt von der Präsidentschaftskandidatin Kolumbiens (Weltwoche Nr. 7/2002) jede Spur. Nur so viel ist klar: Betancourt befindet sich in der Gewalt der Farc-Guerilla.
Die Entführung der Politikerin ist nur ein Indiz dafür, dass der kolumbianische Bürgerkrieg nach dem Abbruch der Friedensgespräche durch Präsident Andrés Pastrana an Heftigkeit zunehmen wird. Brutal, aber wahr: In diesem Krieg – er wütet seit vierzig Jahren, hat rund 200 000 Tote gekostet und zwei Millionen Menschen in die Flucht getrieben – ist niemand an Frieden interessie ...