Er war schon immer seiner Zeit voraus. Francis Fukuyama sprach von der Wiedervereinigung Deutschlands, als noch niemand vom Fall der Berliner Mauer träumte. Osteuropa-Experten belächelten ihn, als er den Kollaps des Warschauer Pakts antizipierte. Doch es war sein epochales Werk «Das Ende der Geschichte», das Fukuyama 1992 auf einen Schlag zur schillerndsten Figur der Politikszene machte. Seine These lautete: Mit dem Ende der Sowjetunion ist auch der Kommunismus bankrott. Die liberale Demokratie hat gesiegt. Die höchste Stufe menschlicher Entwicklung ist erreicht.
Man mochte den Kopf schütteln ob dieser eigenwilligen Geschichtsinterpretation Fukuyamas. Doch seine Argumente waren nicht v ...