Es ist eine Musik in permanenter Trunkenheit. Sie reizt die Sinne, sie überschwemmt die Ohren, sie zieht hinab in Abgründe. Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» ist der Inbegriff einer morbiden Endzeit, des Wiener Fin de Siècle in Dekadenz und Ekstase. Geschrieben vom letzten komponierenden Wunderkind: Mit neun Jahren erregte der Knabe Erich die Neugier Gustav Mahlers, bald erschien seine Pantomime «Der Schneemann» auf der Bühne der Wiener Hofoper. Als «Die tote Stadt» 1920 herauskam, stand der 23-Jährige bereits auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Nie mehr sollte er solch einen Erfolg erreichen — ausser als Filmkomponist in Hollywood, wo er zwei Oscars gewann. Gerade ...