In der «repubblica dell’iperbole», im Land der Übertreibungen, wie der Tessiner Literat Francesco Chiesa (1871–1973) seine Heimat nannte, kann man auch mit leisen Tönen Karriere machen. So wie FDP-Fraktionschef Ignazio Cassis, der sich still und leise vom Beamten zum Kronfavoriten für die Nachfolge Didier Burkhalters als Bundesrat hochgearbeitet hat. Wohin es den 56-jährigen Cassis zieht, wird auf seiner Homepage auf den ersten Blick ersichtlich: in den «Palazzo federale», wie das Bundeshaus auf Italienisch heisst.
Er sei öfter in Bern als im Tessin, monieren die Tessiner denn auch prompt. Meist sind es dieselben Kritiker, die ihre Abgeordneten ermahnen, sich in der Bundeshaup ...