Samira hat sich wieder geschnitten, in die Unterarme, am Morgen zieren blutverkrustete Schrammen die vernarbte Haut, warum? Am Wochenende hat ihr die Mutter gesagt, wenn es ihr eh immer schlecht ginge daheim, brauche sie nicht mehr nach Hause zu kommen. Das ist kaum auszuhalten. Samira, vierzehnjährig, hat so verzweifelte Momente durchlitten in ihrem Leben, dass sie sich schneiden musste, sagt sie, um zu überleben, und deshalb ist sie jetzt hier, auf dem Föhrenberg, der Psychotherapiestation der Klinik Littenheid für Jugendliche. Sie hofft, dass es irgendwann aufhört mit diesen Momenten, in denen sie nicht ein noch aus weiss und nicht anders kann, als sich die Haut aufzuritzen, an den A ...