Kreislauf als Wettbewerbsvorteil
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Kreislauf als Wettbewerbsvorteil

Durchblick

Kreislauf als Wettbewerbsvorteil

Viele Schweizer Unternehmen sind stark von kritischen Rohstoffen abhängig.Kreislaufwirtschaft wird damit vom Nachhaltigkeitsthema zum Wettbewerbsfaktor.

Obwohl derzeit in Europa die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung aus Wettbewerbsgründen wieder gelockert werden, nimmt die Bedeutung vieler Nachhaltigkeitsthemen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen weiter zu. Ein gutes Beispiel ist die Kreislaufwirtschaft: Viele europäische Unternehmen sind von seltenen Erden aus China oder von anderen kritischen Rohstoffen abhängig und müssen sich aus wirtschaftlichen Gründen intensiv mit der Kreislauffähigkeit ihres Geschäftsmodells auseinandersetzen.

Risiken aktiv steuern und reduzieren.

 

Bedrohte Lieferketten

China kontrolliert rund 60 Prozent der weltweiten Gewinnung und über 90 Prozent der Verarbeitung der seltenen Erden. Exportdrosselungen oder -kontrollen treffen abhängige Unternehmen deshalb empfindlich. Bereits melden erste Firmen, dass sie wegen fehlenden Zugangs zu diesen Materialien ihre Produktion drosseln oder gar einstellen müssen. Andere berichten, dass geschäftsrelevante Informationen offengelegt werden müssen, um China zu beweisen, dass seltene Erden beispielsweise nicht für die Produktion von Waffen verwendet werden.

Solche geopolitischen Abhängigkeiten beschränken sich nicht auf China. Beim Batterierohstoff Kobalt stammen 70 Prozent aus der Demokratischen Republik Kongo. Lithium – zentral für die E-Mobilität – kommt vor allem aus Chile, Argentinien und Australien. Und Südafrika liefert den Grossteil der Platingruppenmetalle. In all diesen Fällen können politische Instabilität oder Exportrestriktionen globale Lieferketten rasch gefährden.

Die gute Nachricht: Unternehmen können ihre Risiken aktiv steuern und reduzieren. Viele Unternehmen haben sich dieser Thematik bereits systematisch angenommen. Dafür sind drei Punkte zentral: zwei Analyseschritte und die Umsetzung über vier verschiedene Unternehmenseinheiten.

Zunächst müssen Unternehmen ihre Abhängigkeiten verstehen. Welche Materialien benötigt die Produktion, und wie kritisch sind diese in Bezug auf Verfügbarkeit, Preisvolatilität und Nachhaltigkeit sowie regulatorische Risiken?

Als Zweites gilt es, Kreislaufoptionen zu prüfen. Welche Materialien und Komponenten lassen sich einfach ersetzen, welche können zurückgewonnen werden, und welche sind kaum kreislauffähig?

Basierend auf der Analyse müssen dann, drittens, konkrete Schritte definiert werden, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die Kreislauffähigkeit zu erhöhen.

Bei der Festlegung konkreter Massnahmen sollten auf jeden Fall alle für diese Aufgabe relevanten Unternehmensbereiche einbezogen werden:

Das Beschaffungsteam identifiziert Hochrisikomaterialien in der Lieferkette und minimiert Risiken durch die Zusammenarbeit mit mehreren Lieferanten, strategische Lagerhaltung oder engere Kooperation mit Zulieferern beispielsweise durch strukturierte Audits oder die Entwicklung von Alternativmaterialien. Die Dienstleistungsabteilung entwickelt Strategien zur Lebensdauerverlängerung durch verbesserte Reparaturfähigkeit und Aufarbeitung gebrauchter Produkte. Zudem erhöht sie die Rückgewinnungsquote kritischer Materialien aus Altprodukten.

 

Stärkung der Innovationskraft

Der Produktentwicklungsbereich arbeitet an der Substitution kritischer Rohstoffe durch besser verfügbare oder nachhaltigere Alternativen. Das Nachhaltigkeitsteam identifiziert Synergien zwischen Nachhaltigkeits- und Lieferkettenrisiken, um den Beitrag der Nachhaltigkeitsstrategie zur Resilienz des Unternehmens zu erhöhen.

Unternehmen, die sich proaktiv mit ihrer Kreislauffähigkeit auseinandersetzen und diese auf längere Sicht sicherstellen, stärken so ihre Innovationskraft, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit.

 

Bastien Girod ist Partner bei Deloitte Schweiz. Diese Kolumne wurde mit Unterstützung des Deloitte-Kreislaufwirtschaftsexperten und Hochschuldozenten Carlo Giardinetti erarbeitet.

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