Kurt Masur (1927–2015) – Ihn umgab eine Aura von fast alttestamentarischer Strenge. Wenn Kurt Masur vor ein Orchester trat, hatte das immer Bekenntnischarakter; die Pose des selbstvergessenen Genius am Pult lag ihm nicht. Masur sah sich als soliden Praktiker. Der Sohn eines Elektromeisters liess sich im schlesischen Brieg vom Vater im eigenen Fachgeschäft ausbilden, hatte aber schon das Klavierspiel für sich entdeckt, das er im Alter von sechzehn Jahren aber wegen einer Sehnenverkürzung aufgeben musste. Das Studium der Orchesterleitung in Leipzig brach er ab und sollte sich daher zeitlebens als Amateur bezeichnen. Seine frühe Karriere war eine Ochsentour: Halle, Erfurt, Lei ...