Fünf Jahre hat unser Kolumnist Kurt W. Zimmermann in Budapest gelebt, bevor er vor kurzem wieder in die Schweiz zurückkehrte. Nach fünf Jahren glaubt er, die unergründliche ungarische Seele zumindest ein wenig verstanden zu haben. Die ungarische Seele pendelt stets zwischen Romantik und Realismus. Die Romantik im aktuellen Wahlkampf verkörpert Peter Magyar, der Herausforderer von der Opposition. Er ist ein schillernder Neuling in der Politik und verspricht ein glorioses Ungarn im Schoss der EU. Den Realismus verkörpert Titelverteidiger Viktor Orbán. Er ist das alte Schlachtross und verspricht, den eigenständigen Weg Ungarns in Europa fortzusetzen. Magyar ist, was man wünscht, Orbán ist, was man kennt. Zimmermann glaubt, dass am Schluss der Realismus über die Romantik siegt. Als nahezu einziger Journalist sagt er einen Wahlerfolg von Orbán voraus, wenngleich es ein hauchdünner Sieg wird. Seiten 12, 30
Die Beziehung zwischen der Schweiz und den USA durchläuft turbulente Zeiten. Wo stehen wir bei den Zollverhandlungen? Was sagt Washington zum Überflugverbot für US-Militärflieger? Welchen Stellenwert hat die neutrale Schweiz für Donald Trump? Seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Oktober hielt sich die neue US-Botschafterin Callista L. Gingrich gegenüber den Medien bedeckt. Im Interview mit Urs Gehriger nimmt sie erstmals Stellung zu den brennenden Fragen und äussert sich tief beeindruckt von der Schweiz: «Ein wahrlich aussergewöhnliches Land.» Das Abkommen zwischen den USA und der Schweiz werde die wirtschaftlichen Beziehungen «weiter stärken und Handelshemmnisse abbauen», sagt die Botschafterin und zeigt sich optimistisch: «Es wird für beide Seiten von Vorteil sein.» zur Story
Mit der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» steht am 14. Juni die Zuwanderung im Zentrum der wohl wichtigsten Abstimmung des Jahres. Ein Blick auf die Entwicklung zeigt die Dimension: Seit 2000 ist die Bevölkerung um fast zwei Millionen Menschen gewachsen – das entspricht rund fünfzig Mal der Einwohnerzahl der Stadt Chur. Getrieben wird dieses Wachstum fast ausschliesslich durch die Einwanderung. Gleichzeitig wurden mehr als eine Million Menschen eingebürgert und zu Neoschweizern gemacht. Die Folgen dieses Zustroms sind im Alltag spürbar: mehr Druck auf Wohnraum, Infrastruktur und Umwelt. Zahlen und Fakten der Weltwoche zeichnen das Bild eines Landes im rasanten Wandel. zur Story
Marguerite Stern war eine der zwei Femen-Aktivistinnen, die im März 2014 auf der Krim gegen Putins Annexion und den Krieg protestierten. Stern hatte sich den militanten Feministinnen aus Wut auf die Männer angeschlossen. Drei Jahre lang war die Französin an den spektakulärsten Aktionen beteiligt. Später geriet sie mit ihrem linken Milieu wegen ihrer Kritik an der Transideologie und an der Einwanderung in Konflikt. Nun legt sie ihre Autobiografie vor. Im Gespräch mit Jürg Altwegg schildert sie, wie sie von einer radikalen Linken zur rationalen Rechten mutierte und wie ihr der Hass der Frauen, dem sie ausgesetzt ist, dabei geholfen hat, ihren Hass auf die Männer zu überwinden. zur Story
Der in Genf geborene Jean-Jacques Rousseau war einer der wirkmächtigsten Philosophen des 18. Jahrhunderts: Mit seinen Gedanken über das «Gemeinwohl» und über den «Gemeinwillen» gehörte er zu den Wegbereitern der Französischen Revolution. Mit seinem Ideal eines Lebens im Einklang mit der Natur widersetzte er sich dem Fortschrittsglauben der Aufklärung. Mit seiner Schrift «Emile oder Über die Erziehung» forderte er eine Pädagogik, die auf Güte und Empathie gründet – und gab seine fünf Kinder im Findelhaus ab. Rousseau war zerrissen von Widersprüchen – gerade darin liegt bis heute seine Faszinationskraft. Der Historiker Volker Reinhardt würdigt den grossen Schweizer in einer eindrücklichen neuen Biografie. zur Story
Ihre Weltwoche

