Alten Vorlieben sollten wir misstrauen wie alten Liebschaften. Beide wachsen in unserer Vorstellung so, dass jede reale Wiederbegegnung eine Ent-Täuschung ist, ein Erschrecken – weniger über die einstigen Objekte der Begierde als über das eigene schiefe Erinnerungsvermögen. Die Vergangenheit ist nicht das, was war, sondern was wir uns so vorstellen.
So bin ich etwas erschrocken, wie mich, fast ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung, eine Ikone meiner Teenagerjahre gewissermassen als eine in einer anderen Zeit ausgesetzte Flaschenpost einholte. Die Aufnahmen dämmerten in einem Winkel meiner ausgelagerten Vinyl-Bestände ungehört vor sich hin. Jetzt zwingen mich die Reeditionsspe ...