1977 erkrankte mit Ali Maow Maalin, einem Spitalkoch in Somalia, letztmals ein Mensch an Pocken. In nur wenigen Jahren war es der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelungen, einen Krankheitserreger, der die Menschheit über 2500 Jahre begleitet hatte, auszurotten. «Die Welt und alle ihre Menschen», heisst es in der am 8. Mai 1980 unterzeichneten Resolution der Weltgesundheitsversammlung, «sind von der Geissel Pocken befreit.»
Die Pocken sind verschwunden, doch die Forschung mit dem Virus boomt. Dabei hätte auch dieses verschwinden sollen: Auf Anraten der WHO hätten am 30. Juni 1999 die letzten Virenvorräte, die in den Tiefkühltruhen eines amerikanischen und eines russischen Forschung ...