Sie war ein Wunderkind, rührend anzusehen in ihrer selbstverlorenen Hingabe, wenn sie fast ins Koma taumelte, die beste Läuferin, die die Schweiz je gesehen hat. Mit siebzehn war sie Juniorinnen-Weltmeisterin über 1500 Meter, sammelte Titel und Medaillen, brach Rekorde am Laufmeter, und ihr geflügelter Spruch «Gring ache u seckle» ging als Durchhalterezept in die Volkssprache ein. Sie war einfach nicht zu bremsen, auch nicht von ihrem Vater und Trainer Fritz Weyermann. Sie hat einen literarischen Zwilling, den jugendlichen Taugenichts Colin Smith in Alan Sillitoes Roman «Die Einsamkeit des Langstreckenläufers», der sein Lauftalent als tägliche kleine Flucht aus dem Elend der Erzieh ...