Am stärksten ist die Musik der Frauenfelder Trompeterin Hilaria Kramer dort, wo sie uns ratlos macht. Kramer ist eine radikale Improvisatorin, was heisst, dass wir mit langen Wegen rechnen müssen: mit Fahrten über magmatische Ozeane, wo aus der «Materie» des Geräuschs Formen in Umrissen hörbar werden und wieder verschwinden, wo sich die Dämpfe dann plötzlich lichten und, manchmal nur für Augenblicke, die reine Schönheit aufblitzt.
Das sind dramatische Vorgänge, nicht aus dem Lehnstuhl zu konsumieren. Entweder man wird Teil der Geschichte, oder man lässt es bleiben. Da geht es (bei aller vorhandenen Technik) nirgends um Virtuosität oder auch nur Geläufigkeit. Es wird wenig Vor ...