«In Bern ist alles verboten» – dieser Ausspruch war in den späten 1940ern noch immer gültig. Bern war eine ordentliche, nüchterne Stadt, puritanisch und konservativ, in der man Fremden mit Misstrauen begegnete. Deutsche waren nach dem Krieg besonders unbeliebt, ebenso Flüchtlinge aus dem Osten. Briten aber waren geduldet.
David traf Mitte Oktober 1948 in Bern ein, wenige Tage vor seinem siebzehnten Geburtstag. Ausnahmsweise gut bei Kasse, fuhr er mit dem Taxi direkt zum besten Hotel der Stadt, dem «Bellevue Palace», wo er sich für eine Nacht ein Zimmer nahm und auf der Terrasse den grandiosen Alpenblick bewunderte. Am nächsten Morgen ging er zu Fuss zur Kantonalbank am naheg ...