Auch Ideen kommen in die Jahre. Auch intelligenteste kulturpolitische Initiativen setzen Rost an und geraten ausser Kurs. Als 1986 der smarte Jack Lang die Gründung eines Orchestre National de Jazz veranlasste, war das ein Einfall: Alle zwei Jahre sollte ein prominenter Vertreter des französischen Jazz mit beträchtlicher staatlicher Unterstützung für eine Truppe seiner Wahl Musik schreiben, Gastsolisten engagieren, auf Tournee gehen und Platten produzieren dürfen; dann hatte er seinen Posten für einen Nachfolger zu räumen. Daran mochten ein paar Fundamentalisten herummäkeln, die «Staatskultur» befürchteten und die Vereinnahmung von Jazz zu Repräsentationszwecken: Ein guter Einfa ...