Im Januar werde ich sechzig, über dieses Datum ging meine Lebensplanung nie hinaus. Niemand hielt es für möglich, dass ich zuerst die Leukämie und dann noch die Folgen der Knochenmarktransplantation überlebe. Jetzt bin ich einigermassen ratlos, weil ich wider Erwarten noch am Leben bin. Ich habe keine Pläne, mein Koffer war schon gepackt.
Ich hatte mein Haus verkauft, meine DVD-Sammlung verschenkt, die meisten Zeitungsabonnemente gekündigt, ich hatte mit Exit und Lifecircle gesprochen – warten gehört nicht zu meiner Kernkompetenz. Ich hatte trotz negativer Erfahrungen fünfstellige Summen in die Dritte Welt geschickt, Hilfe zur Selbsthilfe und so, gebracht hat es gar nichts. Ich ha ...