Israelische Autoren – so möchte man meinen, wenn man die täglichen Nachrichten verfolgt – setzen sich in ihren Romanen und Erzählungen unentwegt mit dem Nahostkonflikt, mit Terrorangst und der Not palästinensischer Flüchtlinge auseinander. Tun sie aber nicht – und dies mit gutem Recht. Literatur, die ihren Namen verdient, lässt sich nicht auf politische Aktualität reduzieren. Wenn israelische Autoren sich zu dieser äussern wollen, tun sie es, wie ihre Kollegen in anderen Ländern auch, in Kolumnen, Essays und Reden. In ihren Romanen, ihren Erzählungen hingegen schreiben sie über das, was Literatur seit je bewegt: über Liebe und Tod, über Hass, Eifersucht, Angst, Hoffnung un ...