Lebensbeichte aus dem Duftbad
Adele: 30. Columbia Records
Thomas Wördehoff Es ist die Stunde der Therapeuten. Genau 58 Minuten lang geht es Adele um nichts weniger als ihren derzeitigen Seelenzustand. Das ist kein Spass, denn Adele ist frisch geschieden. Gerade mal ein Jahr war sie mit ihrem Mann verheiratet, nach sechs glücklichen Jahren ohne Trauschein. Und nun das: «I have nothing to feel no more / I can’t even cry» bekennt sie in «Cry Your Heart Out» und: «Right now I truly hate being me», heisst es im souligen «Hold On» – zwar geschmackvoll unterlegt mit Klavier, geschmeidigen Grooves und Gospelchören, aber es führt kein Weg daran vorbei, dass «30», Adeles aktuelles Album, eine frühe Lebensbeichte ist. ...

