«Was wäre Theater ohne Publikum? – Wo niemand zusieht, gibt’s auch kein Theater. Theater muss gesehen werden», erklärt der Vorhangzieher und Ex-Schauspieler Ingo Sassmann in Rainer Lewandowskis Einpersonenstück «Heute wieder Hamlet». Das klingt wie eine Binsenwahrheit. Ist es aber beim subventionierten deutschsprachigen Theater in vielen Städten nicht mehr. Spätestens seit das Schauspielhaus Zürich bekannt geben musste, dass es mehr als dreissig Prozent seiner Besucher verloren hat, ein Rückgang von 170000 auf 120000 in zwei Spielzeiten, bemühen sich Kritiker und wohlmeinende Freunde, diesen drastischen Einbruch zu verharmlosen oder zu verklären. Er gilt gleichsam als Beweis ...