Fotografie ist das erfolgreichste Vehikel des modernen Geschmacks. Sie flirtet mit dem Vulgären; sie hat einen Hang zum Kitsch; sie schert sich um alles Schöne und Erhabene – kurzum, sie verfolgt den Zweck, Kunst als reaktionär, elitär und snobistisch zu verhöhnen.
Vorwürfe solcher Art klingen zwar wohlfeil, doch sie gründen auf einem Missverständnis, denn: Fotografie ist das Medium, das wie kein anderes gesellschaftliche Sollbruchstellen widerspiegeln und die Obsessionen einer Epoche sichtbar machen kann. Leistet es das nicht, ist es bestenfalls die Leichenbeschauerin des Zeitgeists.
Genau diesen Eindruck vermittelt eine neue Publikation, die mit Spannung erwartet worden ist: «Ph ...