Vor etwas mehr als einem Jahr plante ich eine Reise durch die Ukraine. Ich wollte das Land porträtieren, das für viele damals nicht mehr war als Tschernobyl, der Ort der Nuklearkatastrophe. Ich las Bücher über Geschichte, Land und Leute, knüpfte Kontakte und fuhr los, als die Handlanger von Präsident Janukowitsch auf dem Maidan in Kiew ein Blutbad anrichteten. Erneut war das Land in den Schlagzeilen als ein Ort der Katastrophen.
In Lemberg angekommen, wo eben das Polizeihauptquartier von Rebellen gestürmt worden war, erwischte ich einen Zug nach Kiew. Janukowitsch flüchtete nach Russland, Gerüchte machten die Runde, die Russen streckten ihre Finger nach der Krim aus. Ich nahm eine ...