Als ich Richard Pipes, einen über achtzigjährigen Mann, anrief, um ihn um ein Interview zu bitten, nahm er ab und sprach mit einer Vertrautheit, als hätten wir uns erst gestern zu einem Kaffee getroffen. Jung, munter, geistreich wirkte er – und zerstreute alle meine Befürchtungen, dass dieser alte Mann vielleicht zu alt war, um sich mit mir über sein Lebenswerk zu unterhalten: die Geschichte Russlands. Seit Pipes, ein gebürtiger Pole, in Amerika Âeingewandert ist, seit den vierziger Jahren, beschäftigt er sich mit dem Giganten im Osten – den niemand versteht, alle aber fürchten.
Mag sein, dass die Herkunft den eingebürgerten Amerikaner Richard Pipes dazu bewogen hat, sich der ...