Angeblich auf Beethoven geht das Wort zurück, er hätte nicht Bach heissen sollen, sondern Meer. In der Tat, das Schaffen Johann Sebastian Bachs war allumfassend – und immer eine Gratwanderung zwischen den Gipfeln, ohne Abstürze. Selbst wenn er seine pädagogische Ader in den Vordergrund rückte, tat er dies mit Können und Fantasie. Zum Beispiel im «Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann», das der exzellente Cembalist Christophe Rousset jetzt eingespielt hat. Zur Belehrung und zum Vergnügen.
Wilhelm Friedemann war das älteste von insgesamt zwanzig Kindern des Komponisten aus zwei Ehen. Im Januar 1720, kurz nach des Sprosses neuntem Geburtstag, begann Johann Sebastian sein Klavierb ...