Bücher der Woche
Lesen, beten und schreiben im Knast
Nicolas Sarkozy: Le journal d’un prisonnier. Fayard. 212 S., Fr. 39.90
Ebenso wichtig wie die Macht sind den französischen Präsidenten die Weihen der Literatur: Nur wer schreiben kann, ist des Regierens würdig. Valéry Giscard d’Estaing probte nach seiner Abwahl ein Comeback mit einem Roman, in dem er eine Liaison mit Prinzessin Diana suggerierte. François Mitterrand beschrieb die Fünfte Republik als «permanenten Staatsstreich». Nach seinem Einzug ins Élysée wurde aus der Kritik ein Leitfaden seiner Politik und das Buch aus dem Verkehr gezogen. Seither gilt, was ein Nachruf auf den Dichterpräsidenten festhielt: «Es kann keine gute Politik geben ohne ein gewisses Misstrauen gegenüber den Schriftstellern.» ...

