Darf man annehmen, dass bei allen Menschen die Summe aus Intelligenz und emotionaler Intelligenz gleich ist?
Diese Annahme würde bedeuten: Ist jemand besonders intelligent, leidet er zwangsläufig an einem Defizit an emotionaler Reife. Das wäre der Typus des einseitigen, rationalen Gehirnmenschen, der gefühlsmässig zurückgeblieben oder verkrüppelt ist. Die Annahme impliziert aber auch, dass jene Menschen, die besonders geschickt im kommunikativen, psychologischen und sozialen Umgang sind, nicht zugleich Computer programmieren oder Chinesisch lernen können. Ich befürchte, diese verbreitete «Weisheit» entspringt mehr dem Ressentiment als der Beobachtung. Man sagt sich: Ich bin lieb ...