Tritt man in das Haus von Hans-Ulrich Wehler, gelegen am Ende Bielefelds, direkt beim Teutoburger Wald, Ort des so brutalen wie triumphalen Sieges der Germanen über die Römer, wundert man sich. Keine schweren braunen Möbel, keine erdrückenden Bücherwände, keine Engnis. Nein, hier ist alles hell, geräumig, die Sofas in gebrochenem Weiss, dazwischen die grazilen Werke der Keramikkünstlerin, die seine Ehefrau ist. Wohnt hier kein Professor? Doch, nur einer der besonderen Art. Der 75-jährige Historiker, der am Ende des Hitler-Krieges noch die verkohlten Leichen aus den zerbombten Häusern trug, hat sich mit einem unbedingten Leistungswillen und einer grossen Lust an der politischen Ause ...