Herr Professor Willi, wie kommt es, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler im zwinglianischen Zürich akademische Bücher über die Liebe schreibt, und nicht etwa ein Franzose oder ein Italiener?Interessanterweise sind die Südländer zwar grosse Romanciers, doch in der Wissenschaft sind sie oft orthodox in ihrem superakademischen Anspruch. Sie denken und schreiben viel abstrakter als wir. Die lebensnahen Psychologen im deutschsprachigen Raum – nehmen Sie Jung oder Freud – kommen viel stärker von der Praxis her. Ich fühle mich also in guter Gesellschaft.
Gab es keine Kritik, nun seien Sie mit Ihrer «Psychologie der Liebe» in die Esoterik abgeglitten? Die Liebe hat es ja schwer in der ...