Ich mag seit langem die Vorstellung vom Jazz als einer Kunst des Beiläufigen, als Fortsetzung des Barpianos mit anderen Mitteln. Es ist ein Irrtum von Lehrern und Militärs, dass Konzentration die einzig richtige Form von Wahrnehmung sei. Es gibt – nicht nur, aber besonders in der Kunst – Dinge, die bemerken wir nur, wenn wir ein wenig an ihnen vorbeisehen. Im Vorübergehen. Hanny Fries, die grosse alte Dame der Schweizer Malerei, hat mir mal die Ästhetik des Streifblicks erklärt, lo sguardo glissante. Ihm entspricht die Haltung des Flaneurs, der gerade deshalb besser sieht, weil er, in Bewegung, die Dinge nicht so wichtig nimmt, und sich selbst auch nicht. Er nimmt sie im Nachhall wa ...