Wäre der Priesterkrieg von Röschenz eine TV-Serie, dann hätten Sie schon beim Casting die schlechteste Karte gezogen: hier der jugendliche Held, offen, emotional stark. Ein Rebell, ein wahrer Skilehrertyp. Da der gefühlsarme Boss, altmodische Brille, unvorteilhafte Bratpfannenfrisur, dem Dialog verschlossen. Klarer Fall: Der Bösewicht wird schon bald in die Wüste geschickt. Der Nette demnächst als Bischof nach Rom berufen. So will’s das Drehbuch in unsern Köpfen. Sogar die Medien, wie immer dem Schwächeren zugeneigt, lassen sich in der «Schlammschlacht von Röschenz» zu naivem Wunschdenken hinreissen: Am Ende liesse sich die Kirche von Röschenz aus in eine basisdemokratische In ...