Ignacy Jan Paderewski war nach dem Ersten Weltkrieg im wiedererstandenen Polen der erste Ministerpräsident. Zuvor war er der berühmteste Pianist der Welt gewesen und «das gesuchteste Opfer weiblicher Verehrungssucht», wie ein Zeitgenosse neidisch feststellte. Paderewski erreichte diesen Status durch die melancholische Aura, die um ihn wehte, seinen schwärmerischen Blick und goldrotes Haar. Mit privatem Eisenbahnwagen pflegte er zu reisen, samt Koch, Masseur Butler und Leibarzt.
Paderewski war, zumindest in seinen frühen Jahren, auch ein exzellenter Musiker. Mit Macken, wie schon George Bernard Shaw konstatierte: «ein höchst lebendiger junger Grobschmied». Er nahm es mit den Noten ni ...