Klatsch ist wie süsses Gift, das in die Adern fliesst. Er euphorisiert und kühlt ab. Er stachelt auf und zerstört. Wer klatscht, ist mal mächtig, mal geistreich – oder leider Gottes nur dumm und hässlich manipulativ. Denn Klatsch bedient die niederen menschlichen Urinstinkte. Er hat es auf Neugierde und Sensationslust abgesehen und zielt auf Schadenfreude. Wer klatscht, will mit seinem «Geheimwissen» strategisch Ressentiments provozieren, die seine Position in der sozialen Leiter verbessern könnten.
Diesem spannenden Phänomen ist jetzt der Soziologe Christian Schuldt nachgegangen. In seinem packenden Essay «Klatsch! Vom Geschwätz im Dorf zum Gezwitscher im Netz» rückt er ein ...