Noch ist nicht absehbar, was die Bilder folternder US-Militärs im berüchtigten Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad bewirken werden. Mehr noch als die abstossenden Aufnahmen grinsender Militärpolizistinnen vor aufgetürmten Häftlingen bestürzen die Befunde, die Entartungen seien offenbar das Resultat unüberblickbarer bis bröckelnder Kommandostrukturen im Irak. Traut man den ersten Verlautbarungen, wusste die zuständige Brigadegeneralin nichts von den Verhörpraktiken, die ein offenbar sich selbst überlassener geheimpolizeilicher Spezialtrupp im Dunkel seiner Verliese anwandte. Die schmallippig nachgereichten Erklärungen aus dem Pentagon müssen in einer breiteren Öffentlichkeit unweig ...