Ich mag die Provokationen des deutschen Publizisten Henryk M. Broder. Seine Kolumnen sind zumeist ein intellektuelles Lesevergnügen, seine Auftritte erfrischend, seine Pointen sitzen. Längst hat er seine Rolle gefunden. Broder hat den Ich-Stil als angemessene Form der Darstellung kultiviert.
Dass die Selbstvermarktung auch Absturzgefahren birgt, zeigte sich in seiner letzten Weltwoche-Kolumne. Broder griff darin den deutschen Philosophen Peter Sloterdijk frontal an, dem am 16. Juni in der Frankfurter Paulskirche der Ludwig-Börne-Preis verliehen wird. Den Hintergrund seiner Polemik hatte Broder zum ersten Mal in einem Spiegel-Essay im Jahr 2002 vorgetragen, aber nun in der Welt publi ...