Nicht nur wegen der Stürme um Harry Potter ist das Kinder- und Jugendbuch eines der wenigen Schiffe in der Flotte des Buchhandels, die seit Jahren allen Flauten trotzen. In der Literaturkritik wird das Kinderbuch dennoch nicht recht ernst genommen. Dass man es stiefmütterlich behandelt, wäre dabei zu viel gesagt - man behandelt es mit dem flüchtigen Wohlwollen, mit dem man einem Kind übers Haar streicht, während man an Wichtigeres denkt. In den Frühjahrs- und Herbstbeilagen der grossen Zeitungen wird den Kinderbüchern gern die letzte Seite reserviert. Den Rest des Jahres verkaufen sie sich fast ohne Begleitung durchs Feuilleton. Dass ein gutes Kinderbuch genauso schwer zu schreiben i ...