Für einen Krimi ist Martin Suter einfach zu gutmütig. Es gehört zu den Illusionen literarischer Sonntagsleser, anzunehmen, arglistige, bösartige und tückische Romanplots würden von Schriftstellern ausgedacht, die den ganzen Tag lieb sind und grundsätzlich kein Wässerchen trüben können. Das Gegenteil ist der Fall. Schriftsteller schöpfen ihren Stoff aus den eigenen Abgründen, was allerdings noch lange nicht heisst, dass sie je zur Tat schreiten und ihre suspekten Fantasien in die Wirklichkeit umsetzen würden.
Aber es ist kein Zufall, dass Autoren regelmässig auf die abgegriffene Frage, wie sie zu diesem oder jenem Stoff gekommen seien, antworten, sie hätten den Stoff nicht ges ...