Manchmal will ich springen. Von der Besucherplattform der Dresdner Frauenkirche zum Beispiel. Ich stand vornüber gebeugt am Geländer, die Finger um das warme Metall gekrallt, und ich starrte in die Tiefe. Es war August. Wolkenlos, sonnenheiss. Kein Wetter für dunkle Gefühle. Mich drückte kein Unglück. Ich litt nicht unter Depressionen. Ich spürte nur einfach den Drang, meine Finger von dem Metall zu lösen, auf das Geländer zu steigen und jenen Schritt ins Leere zu tun. Das war’s.
Ich habe keine Erklärung für dieses Gefühl und die Regelmässigkeit, mit der es mich befällt. Stehe ich auf Türmen, Brücken, Klippen, will ich mich, ziemlich oft, hinunterstürzen. Nein, nicht ich. ...