Wortmächtig war er, der Reformator aus Wittenberg. Doch nicht selten schlug seine Gabe buchstäblich in Sprachgewalt um. Luthers Polemiken gegen «MaulÂesels Regiment zu Rom», gegen die päpstlichen «Teufelsdiener» und die «Hurenkirche» werden bis heute mit spitzbübischem Wohlbehagen wiedergegeben. Mit dem gleichen Furor schrieb er allerdings auch über Juden, Hexen und andere Minderheiten. Oft enden diese Schriften in Tötungsaufrufen, etwa in der «Heerpredigt wider den Türken», wo er jeden «rechten Christ» ermuntert, «mit Freuden die Faust zu regen und getrost dreinzuschlagen, zu morden [und] zu rauben». Gleich soll es den «stürmenden Bauern» in Deutschland ergehen, die s ...