Norma Winstone, geboren 1941 in London, ist in einem Alter, das zu verschweigen in jedem anderen Fall ein Gebot der Höflichkeit wäre. Allein, sie ist eine Jazzsängerin, und zwar keine von der Sorte, wie sie vor Zeiten in sattsitzendem Glimmer zur Auflockerung von Big-Band-Auftritten für ein paar sexy Intermezzi auf die Bühne rauschten und wohltuend rasch wieder verschwanden (Ellingtons Sängerinnen: ein trübes Kapitel für sich). Winstone ist eine selbstbewusste Dame, die viel zur instrumentalen Emanzipation des Jazzgesangs beigetragen hat, eine Musikerin unter Musikern. Ihr Trio mit John Taylor und Kenny Wheeler ist Geschichte (Azimuth). Und weil im Jazzgesang mit Kraftmeierei wenig a ...