Der Armeniermord im Ersten Weltkrieg war Teil einer gegen die Christen Kleinasiens, teilweise auch gegen nichttürkische Muslime gerichteten türkistischen Bevölkerungspolitik. International präsent in den Jahren nach 1915, verlor er nach dem Vertrag von Lausanne 1923 an Aufmerksamkeit.
Keime einer erneuten Auseinandersetzung nach der Einführung der Uno-Genozidkonvention 1948 erstickten unter dem Gewicht der strategischen Partnerschaft Nato–Türkei. Der internationale Umgang mit dem Armeniermord wurde zum Paradebeispiel dafür, wie die Kraftlinien der Macht nicht nur die Diplomatie, sondern auch die historischen Wissenschaften prägen.
Neben armenischer Forschung gab es jahrzehntelang n ...