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«Man will, dass ich mich schuldig fühle – man will, dass ich tot bin»
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Interview

«Man will, dass ich mich schuldig fühle – man will, dass ich tot bin»

Leni Riefenstahl, Hitlers geniale Filmemacherin, wehrt sich noch mit hundert Jahren an allen Fronten, sogar gegen ihre Verteidiger.
Wie führt man ein Interview mit einer lebenden Legende, die über das, was sie zur Legende gemacht hat, nicht sprechen will? Leni Riefenstahl hat zum Gespräch in ihr Haus in Pöcking nahe München gebeten, wo sie mit ihrem vierzig Jahre jüngeren Lebensgefährten und Mitarbeiter Horst Kettner wohnt. Die mitgebrachten Blumen nimmt sie mit Routine entgegen. Dass sie fast hundert ist, will man nicht glauben. Jugendlich blond, rosig geschminkt, nimmt sie auf einem Sofa Platz, nippt an dem Vitamingetränk, das ihre Sekretärin ihr hingestellt hat, und fragt: «Was wollen Sie wissen?» Vieles geht einem da durch den Kopf. Man würde die alte Dame gern zum Denken verführen. Warum beteuert sie de ...
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