Warum sind deutsche Geisteswissenschaftler im internationalen Vergleich so wenig erfolgreich, warum bekommen sie so selten Preise? Warum gibt es keinen deutschen Michael Walzer, keinen Francis Fukuyama, keinen Samuel Huntington? Nicht einmal einen deutschen Ian Buruma? Weil sie auf Deutsch schreiben? Weil sie über den Tellerrand der deutschen Identität nicht hinausblicken? Weil sich deutsche Debatten im Kreis und in neun von zehn Fällen um die Frage drehen, ob das Dritte Reich ein echter Zivilisationsbruch oder nur ein Betriebsunfall war?
Weder noch. Deutsche Geisteswissenschaftler hinken der Geschichte und ihren ausländischen Kollegen hinterher, weil sie die Welt nicht beschreiben – d ...