Marcel Marceau (1923–2007). Bei einem seiner letzten Interviews in der Schweiz wirkte er gewichtlos, körperlos, so schmal war er geworden, so durchscheinend. Seine Hände schienen noch grösser, sein Haar noch störrischer. Dann aber setzte er an zu einem Monolog und zitierte sich selber, wie andere in einem Geschichtsbuch lesen. Die Kapitelüberschriften als Stationen eines Lebens: «Marcel Marceau et le Nazi drame», «Marcel Marceau et la Wehrmacht», «Marcel Marceau et la Résistance». Die Jahre des Kriegs hatten ihn zu seiner Lebenshaltung gebracht, Pflichtbewusstsein und Disziplin. Aus ihr entwickelte er seine Kunst, die Pantomime. «Sie ist die Kunst der Haltung.» Der Sohn eine ...