Ist’s Grössenwahn oder Zufall? Wer ein Opern-CD-Rezital «Maria» nennt, es am 30. Todestag der Callas auf den Markt bringt und darauf «Casta Diva» singt, hat jedenfalls zu viel Selbstvertrauen. Doch diese Sängerin ist keine Sopran-Diva à la Angela Gheorghiu oder Anna Netrebko, also keine, die das Scala-Publikum oder die Met-Besucher in Aufregung versetzt. Den kühnen Schritt wagen Cecilia Bartoli und die Plattenfirma Decca. Der Erfolg wird nicht ausbleiben: Andere «Diven» spielen sich auf und sinken ins Vergessen; der Ruhm und die Gage der vermeintlich bescheidenen Bartoli aber steigen jährlich. Bis 100 000 Dollar erhält sie pro Liederabend, mehr als eine halbe Million Menschen h ...