Okay, zugegeben, die Weltwoche hat nicht teilgenommen am Gottesdienst um den geschassten Zürcher Theaterintendanten Christoph Marthaler. Wir fanden «Hotel Angst» keine geniale Auf-den-Punkt-Bringung zur aktuellen geistesgeschichtlichen Lage der Eidgenossenschaft. Wir hielten die letzte Marthaler-Inszenierung «Synchron» sogar für ausgesprochen flau. Wir konnten uns nicht anfreunden mit einem zur Marotte geronnenen, geradezu schicken Kulturpessimismus, der hinter jedem lotternden Sperrholz-Accessoire, hinter jeder verdreckten Wirtshausschürze die Fratze des Spätkapitalismus hochzog, um uns den Verelendungszusammenhang von Warenverkehr und entfremdeter Existenz stets aufs neue einzublä ...