Ich hatte keine Zeit, Angst zu haben», sagte Marthe Hoffnung Cohn einmal, als sie von ihren waghalsigen Abenteuern erzählte. Nach der Befreiung von Paris 1944 hatte sich die Jüdin dem französischen Militär als Krankenschwester angeschlossen. Ein Offizier wurde schnell auf sie aufmerksam: Sie sprach fliessend Deutsch, hatte blonde Haare, blaue Augen – eine perfekte Tarnung. Er schlug ihr vor, sich dem Geheimdienst anzuschliessen. Sie wusste, dass sie damit ihr Leben riskieren würde, aber «zu dieser Zeit war es normal, sein Leben zu riskieren. Lieber würde ich im Kampf sterben.» Wobei sie das Risiko später relativierte. Niemand hätte einem «so kleinen Ding wie mir zugetraut ...