«Ich komme mir vor wie eine Idiotin.» Der Satz kam von unten, vom Boden, denn am Boden zerstört war Melanie Molitor an jenem 29. März 2001, nachdem eine der häufigen Krisen zwischen der Mutter-Trainerin und dem Wunder-Tenniskind Martina Hingis ausgebrochen war. In weissen Tenniskleidern und mit einem abenteuerlichen, die Hälfte des Gesichts verdeckenden orangefarbigen Hut auf den fein gekräuselten Haaren sprach Molitor mit aussergewöhnlicher Schärfe über ihre Tochter. «Martina tat heute nicht, was ihre Aufgabe war, aber sie muss jetzt selber wissen, wie es weitergeht.»
Kurz zuvor hatte Hingis gegen die Amerikanerin Venus Williams im Halbfinal in Miami 3:6, 6:7 verloren, und diese ...