Mathias Gnädinger (1941–2015) — In natura war er noch imposanter als auf der Leinwand. Zum ersten Mal sah ich ihn an der Leseprobe von «Lieber Brad», zu dem ich das Drehbuch geschrieben hatte. Regie und Produktion hatten ihn für die Hauptrolle gewonnen. Mich ängstigte die Wucht seines Körpers, sein Misstrauen galt dem Papier. Die Dialoge lägen ihm nicht auf der Zunge, sagte er und kündigte an, sie umzuschreiben. Einem Gnädinger zu widersprechen, traute ich mich nicht. Er hatte in Meilensteinen des Schweizer Films gespielt, in «Das Boot ist voll», «Leo Sonnyboy» und dem Oscar-prämierten «Reise der Hoffnung ». Ich hatte nichts vorzuweisen ausser dieser einen Geschichte ...