Alfred Musil muss ein guter Mensch gewesen sein. Er verzichtete freiwillig auf sein Erbteil, um der Schwester eine grössere Mitgift zu verschaffen. Er duldete über viele Jahre hinweg, dass seine Frau eine etwas zu nahe Beziehung mit einem anderen Mann unterhielt – man fuhr sogar zu dritt in die Ferien. Er war ohne Ranküne und ein Romantiker, vielleicht eine Spur zu weich. Milde und nachsichtig war er auch mit seinem einzigen Sohn, mit dem er viel Kummer hatte.
Alfred Musil war ein freundlicher Mensch und ein guter Vater, aber es wurde ihm nicht gedankt. Sein einziger Nachkomme war sich darüber nicht im Unklaren. «Ich bin kein angenehmer Sohn gewesen», bemerkt er in einer autobiografi ...