Der grosse Mann mit den gepflegten Dreadlocks, der zehn Minuten nach dem verabredeten Termin schwungvoll die Starbucks-Filiale am New Yorker Union Square betritt, ist entschieden smart: entspannt und selbstbewusst, als sei er eben dem Werbespot für ein besonders schlaues Mobiltelefon entstiegen. Kaffee will er dennoch keinen. Das hier ist Business, nicht Small Talk. Zur Sache bitte!
Bei der Sache handelt es sich um Literatur und bei Colson Whitehead um das literarische Wunderkind der Saison. Der 1969 geborene Harvard-Absolvent hat in den USA unter dem Titel «The Colossus of New York» soeben sein jüngstes Werk veröffentlicht, eine Sammlung von dreizehn Essays über seine Geburtsstadt. Je ...