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Die Weltwoche

Mein Gott, Boris
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Stilkritik

Mein Gott, Boris

Boris Becker war mal ein gutaussehender Mann. Dann machte er mit Beziehungs-Stunts von sich reden. Heute muss man sagen: Es ist noch ein weiter Weg zur Würde.
Es war im Herbst 2002, ein Zürcher Mode-unternehmer hatte gerade ein exklusives Herrenkaufhaus eröffnet, als ich Boris Becker erstmals traf. Er war eingeladen worden, der Einweihung an der Bahnhofstrasse beizuwohnen. Becker war 35 Jahre alt, das Herumstehen auf Partys und Vernissagen war bereits seine Haupttätigkeit. Er tat es immer mit dem Gestus eines Cäsars. Ich sollte Becker interviewen – darüber, wie er sich kleidet, einkauft, mit Stilfragen umgeht. Man hatte mir das Gespräch unter der Auflage angeboten, keine privaten Fragen zu stellen. Eigenartig, ist Mode doch eine private Sache, aber gut, ich wusste, was gemeint war: Becker sorgte damals mit Beziehungs-Stunts für Aufsehen, ...
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